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Honor Magic im Test: Dieses Smartphone ist ein Trendsetter

Vorbote für das Huawei P10?

Honor Magic 1

Das Honor Magic präsentiert sich im Test als Trendsetter bei Design und Bedienung. Das Smartphone gibt uns damit einen guten Ausblick, was wir 2017 von Top-Smartphones wie dem Huawei P10 oder dem Galaxy S8 erwarten dürfen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Bedienung
  3. Ausstattung
  4. Sprachqualität
  5. Akkulaufzeit
  6. Kamera
  7. Preis und Verfügbarkeit
  8. Lohnt sich der Import?
  9. Fazit & Alternativen
  10. Datenblatt

Kurz vor Weihnachten hat Honor 2016 mit dem Honor Magic ein neues Top-Smartphone für den chinesischen Markt vorgestellt. Honor geht hier bei Design und Bedienung neue Wege und setzt Trends, denen einige Hersteller 2017 folgen könnten. Nicht zuletzt der Mutterkonzern Huawei bei seinem neuen Top-Modell Huawei P10.

Was macht das Honor Magic so besonders?

Design und Verarbeitung

Da wäre zunächst das Design. Wirft man einen Blick auf die bisherigen Honor- und auch Huawei-Modelle, dominieren hier vor allem zwei Design-Elemente: Metall als Werkstoff und ein Fingerabdruckscanner auf der Rückseite. Zudem weisen die Geräte eine eher kantige Designsprache auf.

Das Honor Magic bricht mit dieser Tradition. Hier besteht nur noch der Rahmen aus Metall, der Rest des Gehäuses ist aus Glas gefertigt. Ecken und Kanten sind abgerundet. Das gilt auch für die Displayränder. Diese erstrecken sich dadurch bis auf den Rahmen - ähnlich wie ihr es vom Galaxy S7 Edge kennt. Allerdings entwickelt Honor das Edge-Display des südkoreanischen Herstellers noch weiter. Während bei Samsung nur die Displayränder links und rechts abgerundet sind, ist beim Honor Magic zusätzlich noch die obere Kante gewölbt. Kopfhörerbuchse, USB C-Port, Lautsprecher und SIM-Slot wurden dafür an die Unterseite des Gerätes verlegt. Übrigens nicht nur das Displayglas ist entsprechend gebogen, auch die Rückseite des Honor Magic ist im Triple-Edge-Design gestaltet.

Das Honor Magic (links) besitzt drei, das Galaxy S7 Edge nur zwei gewölbte Displaykanten.
Das Honor Magic (links) besitzt drei, das Galaxy S7 Edge nur zwei gewölbte Displaykanten. (Quelle: netzwelt)

Das Triple-Edge-Design lässt das Honor Magic ziemlich stylish und dünner als die angegebenen 7,6 Millimeter aussehen, resultiert aber leider nicht in einem besseren Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis. Ein Xiaomi Mi Mix ist das Honor Magic nicht. Nur 69,9 Prozent der Front des Smartphones sind vom Display bedeckt, beim Galaxy S7 Edge sind es 76,1 Prozent.

Abgesehen davon gibt es an Design und Verarbeitung aber wenig zu meckern. Honor hat beim Magic nämlich zwei Probleme von Glas-Smartphones ganz gut in den Griff bekommen. Das Edge-Design verbessert die Griffigkeit, sodass das Magic nicht so leicht aus der Hand rutscht. Auf dem Glasrücken sammeln sich zwar wie bei anderen Modellen schnell Fingerabdrücke. Durch die matte Oberfläche fallen diese aber nicht so stark auf, wie etwa beim auf Hochglanz polierten HTC U Ultra.

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Glas statt Metall, abgerundete Ecken und Kanten - als ob dies nicht schon genug Neuerungen wären, verlegt Honor auch den Fingerabdruckscanner von der Rückseite auf die Front. Hier findet er wie bei Samsung Platz in einem Home-Button. So soll es ersten im Internet kursierenden Bildern zufolge auch beim Huawei P10 sein. Doch der Drücker kann noch weitaus mehr als euer Smartphone entsperren oder den Startbildschirm aufrufen.

Bedienung

Der Button ist nämlich das zentrale Steuerelement. Es gibt keine weiteren Tasten für "Zurück" oder "Multitasking", weder als virtuelle Schaltflächen noch als Sensor-Tasten neben dem Home-Button. Stattdessen führt ihr Streichgesten auf dem Home-Button aus, um diese Funktionen auszuführen. Das war für uns alte Android-Hasen im Test sehr gewöhnungsbedürftig, iOS-Nutzer dürften dagegen keine Anpassungsschwierigkeiten haben. Denn unbedingt notwendig sind die zwei weiteren Android-Tasten nicht.

Das liegt daran, dass Honor das auf dem Honor Magic vorinstallierte Android 6.0 Marshmallow stark modifiziert hat. Es ähnelt in Aussehen und Funktionsweise Apples iOS. So ruft ihr etwa die Quick Settings nicht mehr mit einem Wisch vom oberen Bildschirmrand auf, sondern über ein Kontrollzentrum, das ihr mit einem Fingerwisch vom unteren Bildschirmrand öffnet.

Honor Magic im Test

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Bei der übergestülpten Nutzeroberfläche handelt es sich nicht um die bereits vom Honor 8 bekannte Emotion UI (EMUI), sondern um ein neues System namens "Honor Magic Live". Was unterscheidet Honor Magic Live von der EMUI? "Artificial Intelligence" ist hier das Stichwort. Das Honor Magic analysiert euer Nutzerverhalten und soll darauf basierend euch Informationen bereitstellen oder einen Schnellzugriff auf benötigte Apps bieten. So seht ihr etwa in einem Meeting Shortcuts zum Sprachrekorder, zur Notiz-App oder zur Kamera.

Des Weiteren sollen Kino- und Konzert-Karten sowie Flug- und Zug-Tickets in einer App gesammelt werden. Das Magic erinnert euch natürlich auch rechtzeitig an bevorstehende Veranstaltungen oder Reisen. Es soll euch sogar helfen, entsprechende zu planen. Plant ihr etwa mit einem Freund per Messenger einen Kinobesuch, schlägt euch das Magic Filme in der Nähe vor. Dafür müsst ihr dem Smartphone natürlich Zugriff auf diverse Daten wie eure Kontakte gewähren. Wenn ihr dies nicht wollt, könnt ihr ausgewählte Magic-Funktionen oder alle in den Einstellungen deaktivieren.

Diese Funktionen sind vergleichbar mit dem, was Nutzer bereits von Google Now (on Tap) oder Apples Passbook kennen. Leider funktionieren sie derzeit nur in China und nicht hierzulande.

Dank Face Code zeigt das Honor Magic nur euch Details zu eingegangenen Benachrichtigungen an.
Dank Face Code zeigt das Honor Magic nur euch Details zu eingegangenen Benachrichtigungen an. (Quelle: Honor.cn)

Das Honor Magic hat aber noch weitere "magische" Funktionen zu bieten. So könnt ihr euer Gesicht scannen lassen. Das Honor Magic erkennt euch dann als "Besitzer" und zeigt nur euch auf dem Sperrbildschirm Details zu eingegangenen Benachrichtigungen an. Wenn jemand anderes auf den Screen blickt, sieht er nur die Nachricht "Eine neue SMS", aber nicht Absender und Inhalt. Clever! Die Gesichtserkennung klappte im Test auch ganz gut.

Solche intelligenten Features werden wir 2017 in mehreren Smartphones sehen. HTC hat unlängst angekündigt, die Modelle HTC U Ultra und HTC U Play mit einer entsprechenden künstlichen Intelligenz namens Sense Companion auszustatten. Beim Galaxy S8 soll ein neuer Assistent namens Bixby eine zentrale Funktion haben.

Ausstattung

Was bietet das Honor Magic abseits dieser Assistenz-Features? Das Highlight aus technischer Sicht ist der Bildschirm. Honor setzt hier erstmals auf ein AMOLED-Display. Der Screen misst in der Diagonalen 5,1 Zoll und löst mit 2.560 x 1.440 Pixeln (2K) auf. Das ergibt eine Pixeldichte von 577 Pixeln per Inch (ppi). Die Darstellung ist also gestochen scharf, mehr bietet lediglich das Sony Xperia Z5 Premium.

Als Prozessor fungiert der Octa-Core-Chip Kirin 950, der von der Huawei-Tochter HiSilicon gefertigt wird. Er wird auch im Huawei Mate 8 sowie im Honor 8 verwendet und liefert genügend Rechenpower auch für aktuelle Mobile Games. Dank vier Gigabyte großem Arbeitsspeicher dürfte auch intensives Multitasking für das Honor Magic kein Problem sein. Für Nutzerdaten bietet das Honor Magic 64 Gigabyte Gerätespeicher. Erweitert werden kann dieser aber leider nicht.

Sprachqualität

Dafür lässt sich das Honor Magic mit zwei Nano-SIM-Karten betreiben (Dual-SIM). Leider ist die Sprachqualität aber nur mäßig. Sie bewegt sich auf dem Niveau von 150-Euro-Smartphones. Nebengeräusche werden zwar effektiv gefiltert, dafür verschwimmt die Stimme des Gesprächspartners in einem dumpfen Klangbrei.

Akkulaufzeit

Energie bezieht das Honor Magic aus einem fest verbauten Akku. Dieser besitzt eine Kapazität von 2.900 Milliamperestunden. Eine Akkuladung sollte euch auch bei intensiver Nutzung durch den Tag bringen. Zudem lässt sich das Honor Magic dank Quick Charge-Technik in unter zwei Stunden von null auf 100 Prozent laden.

Kamera

Für Fotos und Videos steht eine Zwölf-Megapixel-Kamera auf der Rückseite bereit, die Frontkamera schießt Selfies mit maximal acht Megapixeln. Videos zeichnet ihr mit beiden Kameras in Full HD auf. Die Bildqualität und Funktionalität der Dual-Kamera ist vergleichbar mit der des Honor 8. So könnt ihr etwa nachträglich in Bildern den Fokus verschieben. Wir demonstrieren euch im nachfolgenden Video diese Funktion auf dem Honor 8.

Preis und Verfügbarkeit

Das Honor Magic ist ab sofort erhältlich - allerdings nur in China. Hier wird es für umgerechnet 478 Euro verkauft. Wer sich für das Gerät interessiert, kann es aus Fernost importieren. Doch lohnt sich dies?

Lohnt sich der Import?

Aus technischer Sicht spricht wenig gegen einen Import des Honor Magic. So unterstüzt das Smartphone laut Datenblatt sogar alle für Deutschland relevanten LTE-Frequenzen. Gegen einen Import spricht aber die schwache Lokalisierung. Zwar stand auf unserem Testgerät neben Chinesisch auch Englisch als Sprache zur Auswahl, eine deutsche Sprachvariante gab es aber nicht.

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Und selbst, wenn ihr die Systemsprache auf Englisch umstellt, werdet ihr oftmals von Pop-Up-Meldungen oder Menüs mit chinesischen Schriftzeichen begrüßt. Verzichten müsst ihr zudem auf den Zugriff auf Google Play. Erfahrene Nutzer können den Store zwar händisch nachrüsten, dies ist aber mit Aufwand verbunden.

Ein Import wird zudem nicht billig. Händler wie eBay oder GearBest rufen Preise in Höhe von 700 Euro und mehr für das Honor Magic aus. Ein Schnäppchen wie das Xiaomi Redmi 3 ist das Honor Magic also nicht.

Honor Magic: Fazit

So sollte ein Smartphone 2017 aussehen 8/10

Schickes Design, gute Hardware und eine clevere Software, die sich die Rechenpower und Sensorik des Smartphones zu nutze macht. Das Honor Magic zeigt, was wir von Top-Smartphones 2017 erwarten können. Leider lohnt der Import des Geräts aufgrund der schwachen Lokalisierung und der hierzulande eingeschränkten Magic-Features nur bedingt.

Das hat uns gefallen

  • schickes, griffiges Design
  • clevere Bedienfeatures

Das hat uns nicht gefallen

  • schwache Lokalisierung
  • Magic-Features überwiegend nur in China nutzbar
  • Bedienung für Android-Nutzer ungewohnt
Testnote 8,0 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
9,0 / 10
Design und Verarbeitung
9,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
6,0 / 10
Sprachqualität
8,0 / 10
Akkulaufzeit
8,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt von Honor zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

6
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Bestenlisten

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Honor Magic - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Honor Magic im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Honor Magic mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Huawei HiSilicon Kirin 950
Display AMOLED Color (16M) 1440x2560px (5.09") 577ppi
RAM 4 GB
Gerätespeicher 64 GB
Akku 2.900 Milliamperestunden
Hauptkamera 12 Megapixel
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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